Loben und seine Auswirkungen…

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, es geht hier nicht darum, in Frage zu stellen, dass es wichtig ist, Menschen zu unterstützen und zu ermutigen, und auch nicht um die Notwendigkeit, ihnen zu helfen, sich mit sich selbst wohlzufühlen. Komplimente machen ist geil!
Falsch eingesetzt kann aber auch das Beste fatale Auswirkungen haben…

So können auch Komplimente nicht immer einen positiven Effekt haben und dann wird daraus eine ganz andere Geschichte..

Komplimente sind dann nicht gut, wenn man anfängt zu loben! Dann geht es nämlich über in Manipulation und Erziehung. Außerdem solltest du genau darauf achten, ob das, was du lobst, tatsächlich gut und richtig ist!!

  • Manipulation
    Unsere Mitmenschen verhalten sich so, dass sie unseren Wünschen entsprechen. Loben ist diesbezüglich effektiv, um dieses Ergebnis hervorzurufen, aber nur für eine Weile. Der Grund, warum Loben, auf kurze Zeit gesehen, funktionieren kann, ist, dass Menschen nach Anerkennung hungern. Doch wir tragen die Verantwortung dafür, diese Abhängigkeit nicht für unsere eigene Annehmlichkeit zu missbrauchen. Ein „Gut gemacht!“, um ein Verhalten zu verstärken, das unser Leben vielleicht ein klein bisschen einfacher macht, kann ein Beispiel dafür sein, wie wir aus der Abhängigkeit einen Nutzen ziehen. Man kann sich auf diese Weise auch manipuliert fühlen, selbst wenn man nicht genau erklären kann, warum.
  • Heranziehen von Lob-Junkies
    Klar, nicht jedes Loben ist eine Taktik, um das Verhalten zu kontrollieren. Manchmal machen wir einfach ein Kompliment, weil wir ehrlich angetan sind von dem, was andere getan haben. Doch sogar dann ist es angebracht, genauer hinzusehen. Denn es mag sein, dass Lob eher die Abhängigkeit des anderen von uns selbst stärkt, als das Selbstwertgefühl des Gegenübers. Je öfter wir sagen „Ich mag, wie du…“ oder „Klasse, dass…“, desto mehr verlässt sich die Person auf unsere Bewertung, unsere Entscheidung darüber, was gut und was schlecht ist, anstatt aus ihren eigenen Beurteilungen zu lernen. Es führt dazu, dass eine Person ihren Wert daran bemisst, was uns dazu bringen wird, zu lächeln und noch mehr Anerkennung zu verteilen.
    Leute die zu häufig gelobt werden (und sich davon unbewusst konditionieren lassen) haben die Tendenz, eine eigene Idee, die sie eingebringen, schneller aufzugeben, sobald jemand nicht mit ihnen übereinstimmt. Sie zeigen weniger Ausdauer bei der Bewältigung schwieriger Aufgaben und teilen ihre Ideen weniger mit anderen.
    Kurz gesagt: Ein „Gut gemacht!“ verleiht nicht immer Sicherheit, letzten Endes verunsichert es häufig. Es kann sogar in eine Negativspirale münden, denn je mehr man Personen lobt, umso mehr benötigen sie es, also loben wir sie noch ein wenig mehr… Traurigerweise wachsen dann z.B. einige Kinder zu Erwachsenen heran, die immer noch jemanden brauchen, der ihnen auf die Schulter klopft und ihnen sagt, ob das, was sie getan haben, okay war.
  • Stehlen von Freude
    Abgesehen von dem Aspekt der Abhängigkeit, hat man verdient, sich über seinen Erfolg zu freuen, stolz auf das zu sein, was man gelernt hat. Und man hat es auch verdient, selbst zu entscheiden, wann wir das empfinden. Jedes Mal, wenn wir sagen, „Gut gemacht!“, sagen wir jemandem damit, wie er sich zu fühlen hat.
    Natürlich gibt es Situationen, in denen unsere Einschätzung angemessen und unsere Führung nötig ist. Doch ein ständiger Fluss von Beurteilungen ist weder nötig noch hilfreich für eine Entwicklung. Unglücklicherweise haben wir vielleicht noch gar nicht realisiert, dass ein „Gut gemacht!“ genauso eine Bewertung darstellt wie ein „Falsch gemacht!“. Das bedeutendste Merkmal einer positiven Beurteilung ist nicht, dass sie positiv ist, sondern dass es eben eine Beurteilung ist. Alle Menschen, Kinder eingeschlossen, mögen es nicht, beurteilt zu werden!
    Wenn jemandem etwas das erste Mal gelingt oder wenn man etwas besser macht, als man es jemals zuvor getan hat – diese Gelegenheiten sind kostbar! Versuche, dem Reflex zu widerstehen, „Gut gemacht!“ zu sagen – oder willst du die Freude deines Gegenüber darüber trüben? Wünsche dir stattdessen, dass die Person ihre Freude mit dir teilt und nicht, dass sie dich nach einem Urteil heischend anschaut. Wünsche dir, dass sie ausruft: „Ich hab’s geschafft!“, statt unsicher zu fragen: „War das gut?“.
  • Interesse geht verloren
    Zu sagen „Was für ein schönes Bild!“ mag Kinder dazu bringen, solange zu malen, wie wir zuschauen und loben. Aber, wenn die Aufmerksamkeit entzogen wird, werden viele die Tätigkeit nicht wieder aufnehmen. Tatsächlich zeigt eine Reihe wissenschaftlicher Forschungen, dass je häufiger wir Menschen für etwas belohnen, sie umso mehr dazu neigen, das Interesse an dem zu verlieren, was sie tun mussten, um die Belohnung zu erhalten. Jetzt geht es nicht mehr darum, zu malen, zu lesen, zu denken, zu erschaffen – der ausschlaggebende Punkt besteht nun darin, das „Leckerli“ zu bekommen, ob das nun ein Eis, ein Aufkleber oder ein„Gut gemacht!“ ist.
    In einer beunruhigenden Studie, durchgeführt von Joan Grusec an der Universität von Toronto, hatten Kinder, die häufig dafür gelobt wurden, großzügig zu sein, die Tendenz, im täglichen Leben weniger großzügig zu sein als andere Kinder. Jedes Mal, wenn sie ein „Gut geteilt!“ oder ein „Ich bin so stolz auf dich, dass du hilfst!“ hörten, wurden sie weniger daran interessiert, zu teilen oder zu helfen. Diese Tätigkeiten wurden nicht mehr in sich selbst als etwas Wertvolles angesehen, sondern als etwas, das wieder gemacht werden musste, um diese Reaktion von Erwachsenen zu erhalten. Großzügigkeit wurde Mittel zum Zweck.
  • Loben verringert den Erfolg
    Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass ein „Gut gemacht!“ Unabhängigkeit, Freude und Interesse unterminieren kann, es kann auch noch beeinflussen, wie gut man etwas tatsächlich macht. Forscher fanden heraus, dass Kinder, die dafür gelobt wurden, eine kreative Aufgabe gemeistert zu haben, dazu neigten, bei der nächsten Aufgabe zu straucheln – und sie nicht so gut meistern wie Kinder, die zu Anfang nicht gelobt wurden.
    Warum passiert das? Teilweise, weil das Lob den Druck schafft, „so gut zu bleiben“, und genau das wird zum Hindernis. Zum anderen, weil ihr Interesse an dem, was sie tun, sich verringert haben könnte. Und zum Teil, weil sie wahrscheinlich weniger Risiken eingehen werden – eine Vorraussetzung für Kreativität –, wenn sie einmal angefangen haben, darüber nachzudenken, wie sie dafür sorgen können, dass diese positiven Kommentare weiterhin kommen.
  • Loben ist wie Liebe mit Fesseln.
    „Gut gemacht!“ ist bedingt. Es bedeutet, dass wir Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Anerkennung dafür anbieten, dass die Menschen durch unseren Reifen springen, für Dinge, die uns gefallen. Das fühlt sich für die andere Person nicht gut an.. glaub mir. Denn gleichzeitig heißt es auch: Lob gibt’s nicht, wenn sie das nicht tun.. und das grenzt dann wiederum schon an emotionale Erpressung.
  • Falscher Ansatz zur Ermunterung
    Wenn jemand ein niedriges Selbstwertgefühl hat, lobt man diese Person häufig für Aspekte ihrer Persönlichkeit, um ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, oder?
    Man mag denken, dass es hilft, das geringe Selbstwertgefühl dadurch zu bekämpfen dass man Talente oder Fähigkeiten lobt. Aber das vermittelt, dass sie nur dann wertgeschätzt werden, wenn sie erfolgreich sind und das ständig beweisen. Wenn die Person dann einmal scheitert, fühlt sie sich wertlos – das macht sie emotional sehr verwundbar.
    Auswirkung: das Selbstwertgefühl sinkt weiter

Quellen: 1

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