Bestimme den Raum!

Der berühmte französische Filmregisseur Jean Pierre Melville bekannt für Filme wie „Vier im roten Kreis“ und „Der eiskalte Engel“, führte auf folgende Weise ein Casting für Schauspieler durch: Er mietete eine große, leere Fabrikhalle und setze sich hinter einen Tisch, der möglichst weit entfernt von der Eingangstüre war. Die Schauspieler mussten also eine ziemlich große Entfernung durch einen leeren Raum zurücklegen, um Melville zu erreichen. Noch bevor er mit ihm ein einziges Wort gewechselt hatte, wusste der Regisseur bei jedem Bewerber, ob er die perfekte Besetzung für einen seiner Filme vor sich hatte oder nicht. Unter denjenigen, die den Test glänzend bestanden haben, waren die späteren Weltstars Jean Paul Belmondo und Alain Delon. Was haben die anderen Schauspieler falsch gemacht?

Viele der Bewerber waren von der Größe des Raumes beeindruckt und blieben an der Türe verunsichert stehen. Einige sind entschlossen eingetreten, doch dann, auf dem halben Weg, verloren sie den Mut und ihre Schritte wurden zögerlich. Andere schlichen sich förmlich an den Wänden entlang, statt den direkten Weg zu wählen. Alle, die den scheinbar einfachen Test nicht bestanden haben, begingen einen unverzeihlichen Fehler: Sie wollten sich unsichtbar machen.

Das Bewusstsein für die Kraft der Körpersprache (siehe: Körpersprache) ermöglicht Präsenz: Die Figur, die man darstellt, als eine Persönlichkeit wahrnehmen – mit ihren Eigenschaften, Stärken, Schwächen, Absichten oder Ängsten.

Durch körperlichen Ausdruck kann man den Raum „erschaffen“, in dem man sich bewegt: Wir begreifen recht schnell. ob eine Figur auf einer windigen Anhöhe steht oder in einer kleinen Hütte hockt – auch ohne Bühnenbild. Wenn sich ein Schauspieler biegt, als wollte er sich ganz leicht machen, wenn er vorsichtig die Arme zur Seite streckt und achtsam mit gespanntem Blick nach unten über den Boden schreitet, haben wir den Eindruck, er würde über eine zerbrechliche Bodenfläche laufen, einen eingefrorenen See beispielsweise. Schlendert er ruhig und entspannt, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, sieht sich mit glücklicher Miene um und zieht tief durch die Nase Luft ein, entstehen in unserem Kopf sofort Bilder von einem See- oder Waldspaziergang.
Das heißt: Durch körperliche Präsenz erschafft man eine Welt! 
Du erschaffst den Raum – und nicht der Raum dich!

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